| 1291 | Seine erste Erwähnung findet die Burg, die damals wohl eher eine Festung gewesen ist, im Jahre 1291 in der Chronik des Klosters Reichenau. Abt Albrecht von Ramstein urkundet: »… in castro nostro quod Marbach dicitur.« |
| 1365 | Von dieser strategisch günstigen Stelle aus unternehmen die Berner Freiherren von Brandis Raubzüge, vor allem auf Rheinschiffe, sodass dieser wichtige Handelsverkehr von und nach Konstanz zusammenbricht. Marbach ist ein übles Räubernest, in dem auch der Konstanzer Stadtammann lange Zeit gefangen gehalten wird. |
| 1369 | Konstanzer Kaufleute fahren mit 18 Schiffen vor die Burg. 400 Mann stürmen die Wehranlage und äschern sie ein. Nur neun Bewaffnete verteidigen einige Tage mit Erfolg die Burg, ergeben sich jedoch danach und werden in Konstanz enthauptet. |
| 1384 | Mangold von Brandis, nun Abt von Reichenau und Bischof von Konstanz, lässt Marbach wieder aufbauen. |
| 1387 | Ein Nikolaus Sattler von Ravensburg kauft die Burg Marbach nach dem Tod Mangold von Brandis und erwirbt ein Jahr später den Kehlhof. Jetzt sind Marbach und Wangen erstmals in einem Besitz. |
| 1409 | Nikolaus Sattler verkauft Marbach an Freiherr Jakob I. von Ulm aus der Konstanzer Stadtadelsfamilie. |
| 1430 | Im Laufe von Streitigkeiten zwischen den Konstanzer Patriziern und den Zünften bekennt sich Jakob II. von Ulm zu den Patriziern und verschanzt sich auf der Burg Marbach. Die aufständischen Konstanzer Bürger stürmen die Anlage und verwüsten sie. |
| 1461 | Die Burg Marbach wird aus ›Verwahrlosung‹ ein Raub der Flammen. |
| 1558 | Durch Erbteilung sind die Güter der Familie von Ulm zersplittert. Marbach wird an die Augsburger Patrizierfamilie Peutinger verkauft. |
| 1581 | Graf Ulrich Fugger, Herr zu Kirchberg und Weißenhorn, kauft die Marbacher Güter von den Peutingers, allerdings nur auf Kredit, denn der Reichtum dieses Familienzweiges der Fugger ist zu dieser Zeit schon sehr zusammengeschmolzen. |
| 1587 | Kaiserliche Kommissare müssen die Schulden Ulrich Fuggers regeln. Marbach wird an die Erben Peutingers zurückgegeben, von denen es Graf Jakob Fugger, der Domprobst zu Konstanz, zurückkauft. |
| 1598 | Freiherr Kaspar von Ulm gelingt es, den ehemaligen Besitz seiner Familie zurückzukaufen. Seinem Sohn Ludwig, der am Kaiserhof eine einflussreiche Stellung hat, erwirkt einen kaiserlichen Befehl, worauf Marbach an seine Familie zurückzuverkaufen sei. Nach 1461 und 1570 brennt Marbach während des Dreißigjährigen Krieges ein drittes Mal ab. Über 300 Jahre bleibt der Herrschaftssitz im Besitz der ungezählten Mitglieder der Familie von Ulm, die Marbach in Erbgängen an sich bringen, es untereinander verkaufen oder seinen Unterhalt übernehmen. |
| 1829 | Der französische Graf de Grimaudet erwirbt das Anwesen und lässt es mit großem Aufwand verbessern und verschönern. Die jetzigen Grund- und Außenmauern stammen von dieser Bautätigkeit. Die Burg wird seither als Schloss Marbach bezeichnet. |
| 1839 | Tod von Graf Grimaudet im erneuerten Schloss. Beisetzung auf dem Friedhof in Wangen. |
| 1859 | Erwerb des Schlosses mit Mobiliar für 10'000 Gulden durch Gallus Reglin, Kaufmann aus Überlingen. |
| 1860 | Marbach wird zum Spekulationsobjekt. Reglin verkauft den Besitz für 24'000 Gulden an Leopold Faller, Glasfabrikant aus Lenzkirch. |
| 1863 | Schloss Marbach ist ohne Ausstattung und verwahrlost. Erwerb durch Johann Kasper Schmied, Apotheker aus Freiburg. |
| 1873 | Die Witwe des Johann Kasper Schmied veräußert Marbach für 15'320 Gulden an Karl Heinrich Friedrich Kohler aus Genf. |
| 1874 | Weiterverkauf für 24'000 Mark an die Witwe des Gallus Reglin. |
| 1880 | Marbach kommt durch Zwangsversteigerung für 10'000 Mark an die Städtische Spar- und Waisenkasse Konstanz. Vier Wochen später veräußert die Bank das Schloss gewinnbringend für 34'500 Mark an Dr. Arnold Krücke aus Jena. |
| 1885 | Erwerb des Schlosses für 40'000 Mark von Dr. Wieckenbach, königlich preussischer Stabsarzt aus Stralsund. |
| 1888 | Ein Dr. August Smith kauft das Schloss für 48'000 Reichsmark und richtet eine sehr gut besuchte Klinik ein. |
| 1898 | Der Erfolg der Kuranlage steigert den Wert. Dr. Oskar Hornung zahlt bereits 250'000 Reichsmark für das Schloss. Das Gebäude wird auf 4 Stockwerke erweitert. Die Klinik wird in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, nachdem Grundstückszukäufe nicht die gewünschte Wertsteigerung bringen. |
| 1919 | Nach dem Ersten Weltkrieg, während dem im Schloss Kriegsverwundete versorgt wurden, kauft Dr. Karl Lanz, ein Mannheimer Maschinenfabrikant, das Anwesen als Geburtstagsgeschenk für seine Frau Gisela. Er lässt den Märchenbrunnen bauen, der heute noch in Resten im Park vorhanden ist. Die Figuren stellen die Lanzschen Kinder dar. |
| 1924 | Schloss Marbach brennt bis auf die Außenmauern nieder und wird von Dr. Lanz, bei großzügiger Aufteilung der Innenräume, wieder aufgebaut. |
| 1941 | Die Witwe des 1937 verstorbenen Dr. Lanz verkauft Marbach für 600'000 Reichsmark an den Reichsfiskus. Die Luftwaffe benutzt das Schloss als Erholungsheim für Offiziere. |
| 1945 | Nach Kriegsende besetzt die französische Armee Marbach und verwendet es als Erholungsheim für Soldaten, den Park als Campingplatz. |
| 1978 | Schloss Marbach wird vom französischen Staat an die Deutsche Bundesvermögensverwaltung zurückgegeben. Das Gebäude und der über 10 ha grosse Park werden vom gegenüberliegenden Landschulheim und von der evangelischen Internatsschule Schloss Gaienhofen mitbenutzt. |
| 1987 | Der internationale Kaffee- und Schokoladenkonzern Jacobs Suchard aus Zürich kauft Schloss Marbach, nachdem es 3 Jahre leer stand. |
| 1988 | Start einer aufwändigen Renovierung, die eine grundlegende Instandsetzung und Modernisierung des Schlosses umfasst sowie den Neubau von Wohntürmen, Atrium, Schwimmhalle und Nebengebäuden. |
| 1989 | Nach einem 14-monatigen Bauprozess wird Marbach im Juni als internes Kommunikationszentrum der Jacobs Suchard AG eröffnet. |
| 1990 | Schloss Marbach geht an die Johann-Jacobs-Stiftung mit Sitz in Zürich über. Das moderne Tagungs- und Seminarzentrum wird eröffnet für Institutionen, Verbände und Unternehmen. |
| 1997 | Das gegenüberliegende Herrschaftshaus Bella Vista sowie das Areal des ehemaligen Landschulheims werden dazugekauft. |
| 1999 | Die Johann-Jacobs-Stiftung erweitert das Tagungs- und Seminarzentrum mit 3 Gästehäusern, 2 Tennisplätzen sowie einem 4-Loch-Golfplatz mit Driving Range und Putting Green. |
| 2004 | Das Unternehmen Barry Callebaut, weltweit führender Hersteller von Kakao- und Schokoladenprodukten, ist der neue Pächter der gesamten Anlage. Schloss Marbach steht jedoch weiterhin auch Drittunternehmen für Tagungen zur Verfügung. |
| 2005 | Die Jacobs-Stiftung baut die Villa Bella Vista total um und erweitert die Tagungskapazität mit einem modernen Neubau, dem Forum. |
| 2012 | Peter Rohner tritt in den Ruhestand. Er hat das Tagungszentrum mit aufgebaut und mehr als 22 Jahre geleitet. Der neue Schlossherr ist Gerald Nowak. |


